Rezension #82 Hunde barfen

Hunde barfen - Alles über Rohfütterung
Dr. med.vet. Julia Fritz
Sachbuch
Ulmer
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Ulmer Verlag
Ulmer Verlag

♥Mein persönliches Fazit zum Buch

Zuerst möchte ich mich beim Ulmer Verlag bedanken, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

Da ich meine Fellnasen *BARFe*  [B=Biologische A=artgerechte RF=Rohfütterung] hat mich dieses Buch natürlich brennend interessiert. Bislang habe ich bei unserem ausgewachsenen Hund immer nach Prozenten gebarft. Das heißt, es wird zwar abgewogen, aber man verlässt sich auf die Ausgewogenheit und hat das meistens so im Griff, wenn man sich damit auskennt.

Allerdings für Neueinsteiger eher nicht zu empfehlen. Hier kam mir das Buch gerade recht, da wir einen Welpen dazubekommen haben, den ich gleich BARFen wollte. Also habe ich erstmal ein bisschen grob geblättert und kann euch sagen.

Ich war begeistert. Aber nun möchte ich euch auch wenig erklären warum. Dieses Buch enthält nicht nur Tabellen zur besseren Verständnis, sondern auch Hundefotos. Es ist zweizeilig geschrieben. Ein Fakt, den ich sehr begrüße bei Sachbüchern.

Zuerst bekommt man einen Einblick in die Verdauung des Hundes, das ist beim BARFen sehr wichtig und eine kleine Futtermittelkunde ist auch gleich noch dabei. Also was darf ich füttern, was eher nicht.

Es wird auf die Hygiene eingegangen und dies ist eigentlich ein Aspekt, den man sowieso in jeder Küche beherzigen sollte, wenn man mit frischen Lebensmitteln arbeitet. Bei uns kein Thema, da wir Sushi selbermachen etc., daher achten wir sehr auf Hygiene.

Es wird detailiert auch auf die Futterumstellung eingegangen und was zu beachten ist, denn das sind meiner Meinung nach oft die ersten Fragen, die sich stellen.  Genauso, ob es mehr Arbeit macht zu barfen und was es bringt.

Für mich persönlich bringt es sehr viel, da mein Pico Allergiker ist und ich so am besten weiß, was er bekommt und was ihm bekommt. Man kann je nach Saison und Verträglichkeit das Futter gestalten, da viele ja auf Vielfalt stehen, wenn es um das Fressen ihrer Lieblinge geht.

Die Autorin räumt mit vielen Mythen auf und selbst ich, die schon seit 4 Jahren ihren Hund barft, habe noch einiges aus dem Buch gelernt. Sie geht auch – und das finde ich besonders erwähnenswert – auf andere Arten der Ernährung ein. Dosenfutter, Trockenfutter, selbstgekochtes Fressen und was man dabei alles beachten sollte.

Genauso gibt sie Tipps, wie man BARFt, wenn der Liebling eine Krankheit hat, wie z.B. Lebererkrankungen oder Herzerkrankungen etc.

Aber nun zur wesentlichen Frage. Bekommt mein Hund alle Vitamine und Mineralien, die er braucht beim BARFen?

Hier hat die Autorin wirklich ganze Arbeit geleistet. Nicht nur, dass es auch Links gibt, auf denen man selbst tätig werden kann, sondern in Form von Tabellen und Berechnungen, die auch und gerade Neueinsteigern eine riesengroße Hilfe sind.

Natürlich kann sie nicht auf jeden Hund im einzelnen eingehen, aber selbst an die Welpen und älteren Hunde hat die Autorin gedacht. Sie hat sogar kleine Rezepte zusammengestellt, damit man eine Vorstellung bekommt, was der Hund so täglich zu sich nehmen sollte/könnte.

Viele Hundebesitzer scheuen sich vor den ganzen Rechnungen, die man vornehmen muss. auch hier hat die Autorin eine gute Lösung gefunden. Sie gibt schon einige Rechenexempel vor und somit hat so viel Arbeit gespart. Frau Fritz hat sich auch die Mühe gemacht und z.B. Dosenfutter und All-in-one -Barf verglichen. Ich finde auch hier ist gut ersichtlich, das Dosenfutter oder All-in-one-Barf nicht grundsätzlich schlecht ist und dieses Buch auf für Nichtbarfer eine sehr gute Hilfe ist.

Am Ende hat die Autorin im Buch noch eine Nährwerttabelle angehängt, nach der man sich richten kann. Dort sind die gängigsten Lebensmittel aufgelistet, die man einem Hund füttert.

Ich könnte ewig so weitermachen und aufzählen, dass sie z.B. anhand einer Tabelle aufzeigt, wie viele Portionen tägl. ein Hund bekommt, wenn er z.b. eine spezielle Krankheit hat, gesund ist,  ein Welpe ist oder man eine trächtige Hündin zu hause hat.

Auch die einzelnen Mineralien sind erklärt. Warum der Hund diese benötigt und in welcher Menge. Wie er sie aufnimmt und ob der Hundekörper sie speichert, da ein Hund einen anderen Stoffwechsel hat, als der Mensch.

Sie setzt sich auch gezielt mit alternativen zum BARFen auseinander und gibt selbst hier über mehrere Seiten sehr detailierte Ratschläge.

Das Beste ist natürlich, dass sie weiß, wovon sie schreibt, da sie selbst eine ausgebildete und praktizierende TA ist. Dies merkt man auch an dem Inhalt ihres Buches.

Auf jeden Fall möchte ich abschließend noch erwähnen, dass man selbst als Einsteiger einen guten, informativen und nciht schwer zu verstehenden Text vor sich hat, der einem alles erklärt, was man über die Ernährung seines Hundes wissen sollte. Also selbst wenn man seinen Hund definitiv nicht barfen möchte, kann ich das Buch trotzdem oder gerade deshalb ans Herz legen.

Für alle Barfen ist dieses Buch  – meiner Meinung nach ein Muss.

PS: Anmerkung: es ist eine Neuauflage geplant, die überarbeitet wurde. Ob das dann auch so gut ist, weiß ich leider noch nicht.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und natürlich das goldene Einhorn.

 

♥Worum geht es im Buch?

Hier erfahren Sie alles, was Sie schon immer über BARF, die biologisch artgerechte Rohfütterung von Hunden, wissen wollten: Welche Vor- und Nachteile die Frischfleischfütterung Hund und Halter bietet, wie eine ausgewogene Rationsgestaltung aussieht, wie man bedarfsgerechte Futterpläne selbst erstellt, was es bei Hundekrankheiten zu beachten gilt, was eigentlich hinter gängigen Ernährungsmythen steckt u.v.m. Exemplarische BARF-Futterpläne für verschiedene Gewichtsklassen und unterschiedliche Aktivitätsniveaus runden das Ganze ab. Fachlich fundierte Fakten auf dem neuesten Stand der Forschung liefern wichtiges Hintergrundwissen für alle, die mehr wissen möchten – sachlich, objektiv, kritisch.

Punktevergabe für Sachbücher

♥ Cover/Buchseiten 05/05 Punkten

♥ Klappentext 05/05 Punkten

♥ Schreibstil 10/10 Punkten

♥ Recherche 20/20 Punkten

♥ Inhalt 20/20 Punkten

60 Punkte von 60 erreicht

 

♥Einhörner

insgesamt  60 von 60 Punkten zu erreichen (sind nach meinem neuen Punktesystem vergeben)

daraus folgt:

00 – 10  = 1 Einhorn

11 – 20  = 2 Einhörner

21 – 30  = 3 Einhörner

31 – 45 = 4 Einhörner

46 – 59 = 5 Einhörner

60 = 6 Einhörner

 


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29 thoughts on “Rezension #82 Hunde barfen

  1. Barfen ist eine natürliche Art einen Hund oder eine Katze zu ernähren. Ich finde das ganz toll. Leider habe ich einen Hund mit einem ganz merkwürdigen Magen erwischt, denn er verträgt nicht immer alles, was ich ihm gebe. Er braucht immer zwischendurch Trockenfutter. Ich sag ja, merkwürdig. Ansonsten bin ich vom Barfen überzeugt. Das Buch ist sicher toll, ich werde es mir mal näher anschauen und es selbst empfehlen.

    Lieben Gruß,

    Bea.

    1. Huhu Verena,

      ja bei drei Hunden bräuchtest du echt eine kleine Gefriertruhe nur für die Fellnasen.
      Wir kaufen ja immer für eine Woche frisch bei unserem Lieblingstürken – Lamm halt – da habe ich dann eine Schublade nur für die beiden. Dann klappt das ganz gut, aber es ist eben auch nur eine relativ kleine Menge.

      LG Sabana

    1. Huhu Julia

      eigentlich kann man Katzen sogar noch besser barfen, das sie eher reine Fleischfresser sind. Mein Schwiegermutter hat es versucht und Smokie ist jetzt 19 Jahre und liebt rohes Fleisch. Allerdings bekommt sie trotzdem noch ihr herkömmliches Futter, aufgrund ihres hohen Alters

      LG Sabana

  2. Hallo Sabana,

    vielen dank für diesen interessanten Beitrag. Ich wusste gar nicht, dass man das „barfen“ nennt.
    Wenn man das von klein auf bei einem Hund durchzieht, ist das sicher nicht verkehrt.

    Liebe Grüße
    Ronja

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    1. Huhu Ronja,

      man kann jeden Hund jederzeit umstellen und die meisten Hunde mögen es auch sofort. Andere brauchen vielleicht etwas länger oder mögen das Fleisch nur gekocht. Auch darauf wird hier im Buch super eingegangen.
      Allerdings rate ich Anfängern dringend davon ab, Welpen zu barfen.
      Da kann man als Anfänger egal wieviel man liest, doch einiges grundlegend Falsch machen.

      LG Sabana

  3. Ich habe schon oft etwas vom barfen gehört und freue mich deshalb mal eine Meinung von jemanden zu hören, der dieser Futtergewohnheit nachgeht. Ich persönlich finde diese Art der Fütterung am besten für das Tier, nur leider kann sich das nicht jeder leisten.
    Sehr interessanter Beitrag. 🙂

    LG Pierre

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    1. Huhu Pierre,

      das ist keine Kostenfrage, im Gegenteil. Wir haben eine zeitlang Dose gefüttert und das war sogar teurer, wenn du auf Qualität achtest.
      Es ist allerdings eine Kosten-Nutzen-Frage.
      Ich gestehe, es ist nicht jedermanns Sache, aber eine Geldfrage ist es nicht, wenn man auf gutes Futter wert legt, dann ist das Barfen billiger als jedes andere Futter.
      Man könnte sogar noch kochen, das mache ich ab und zu bei unserem Großen, wenn er mal ein Magen-Darm-Problem hat.
      Auch hier ist es eine Einstellungssache..
      Man merkt ich stehe voll und ganz hinter dem Barfen, dass ja nicht nur aus teurem Fleisch bestehen muss.
      Viele Hunde lieben Rindfleisch und Huhn. Viele Hundebesitzer, die barfen kaufen gerne das Fleisch aus dem Angebot im Supermarkt. Und ein Möhrchen, Salat und Obst hat man doch eh zuhause..

      LG Sabana

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  4. Selbst habe ich keinen Hund, aber einige Freunde und von denen hab ich auch schon vom Barfen gehört.

    Voll gut, dass das Buch alles genau erklärt und so auch jeder „Anfänger“ genau weiß, wie das Ganze abläuft.

    Ich selbst lese solche Tipps und Tricks- Ratgeber auch ganz gern und finde es gut, dass du das Buch hier vorgestellt hast!

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Huhu Anna,
      ich lese auch sehr gerne Sachbücher. Dieses hat es mir besonders angetan, da ich ja selbst meine Hunde barfe.
      Es ist wirklich sehr gut geeignet für Neueinsteiger, oder auch einfach mal zum Nachschlagen. Die Tipps sind wirklich klasse.
      Vor allem was für was gut ist und wie man bei speziellen Krankheiten, das Futter anpassen kann.
      So ist das Buch weiterhin über Jahre wertvoll.
      LG Sabana

  5. ein sehr interessantes Buch liebe Sabana!
    in Vorbereitung drauf, dass bei uns auch ein Hund einziehen wird, habe ich mich mit dem Thema BARF auch bereits auseinandergesetzt, da hätte ich dieses Buch sicher gut gebrauchen können …

    allerdings habe ich mich persönlich gegen diese Ernährungsmethodik für den Hund entschieden 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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    1. Huhu Tina,
      schön, dass bei euch ein Hund einzieht. Eine solche Fellnase ist immer etwas besonderes. Was wird es denn für eine Rasse werden, oder seid ihr noch unschlüssig.
      Das Buch kannst du auch gut als Grundlage für andere Ernährungsarten nutzen.
      Aber eins kann ich dir versichern. Du wirst bestimmt irgendwann barfen.

      Wenn man sich einmal damit befasst hat, dann wird man immer wieder darauf stoßen und gerade in der heutigen Zeit gibt es nichts besseres. Du weißt was drin ist und es ist genauso schnell im Napf, wie eine Dose.
      Das Einzige, das etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt – je nach Rasse – ist die Vorbereitung. Da wir kleine Hunde haben, ist hier natürlich abwiegen relativ wichtig. Also beim Welpen mehr als bei einem ausgewachsenen Hund.

      Auch unser Pico kennt die Dose *smile*
      Wenn du magst kannst du ja mal bei den Beiden auf dem Blog vorbeischauen.
      http://www.havaneserwelt.de

      LG Sabana

  6. Hallöchen 🙂

    tolle Rezension! Von Barfen habe selbst ich als Katzenbesitzerin schon einmal was gehört 🙂 Da hab ich mir kurz überlegt gehabt, ob es sowas auch für meine kleinen gibt aber just in dem Moment hab ich meinen Kater draußen einen Vogel essen sehen… der hat es auf jedenfall selber auf die Reihe bekommen ^^

    Liebe Grüße

    Alisia

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    1. Huhu Alisia,

      in der freien Natur barfen Katzen sich ja selbst. Mäuse, Vögel etc stehen gerne auf dem Plan.
      So etwas gibt es beim Hund auch. Da wird dann ein ganzes Tier verfüttert. Aber das ist nochmal eine andere Hausnummer.
      Katzen können ja genauso gebarft werden, das ist leider nur nicht sehr verbreitet.

      LG Sabana

  7. Scheint ein super Buch für Hundebesitzer zu sein. Ich selber habe „nur“ Katzen, die beide leider fast kein rohes Fleisch mögen. Habe mich aber früher mal damit beschäftigt. Jedenfalls werd ich das Buch auch weiterempfehlen, wenn einer meiner Hundefreunde mal aufs BARFen kommt 🙂 Danke für den ausführlichen Bericht

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    1. Huhu Nadine,
      das ist schade mit deinen Katzen. Man muss sie langsam an rohes Fleisch heranführen. am besten von klein auf.
      Ich finde den Vergleich mit usnerem Essen immer ganz gut. Alles mit Maggi und Co gewürzt, die Geschmacksknopsen sagen dann bei *reinen Gewürzen* ihh..
      Ich habe hier nämlich so einen Esser geheiratet und jetzt liebt er das *reine Essen* Nix mehr Beutel, dosen und Co..
      Genauso sehe ich das bei unseren Fellnasen auch.
      Das Buch ist aber auch für Nicht barfende eine tolle Ergänzung. Gerade wenn man sich mit gesunder Ernährung beschäftigt.
      LG Sabana

    1. Huhu Verena,

      schön, dass ihr ein Futter gefunden habt, was euer Hund verträgt. Aber genau aus dem Grund barfe ich, denn Pico verträgt kein Huhn und kein Rind – tja ist leider so gut wie überall drin.
      Auch seine Leberwerte habe ich so unter Kontrolle.

      Mein Vater ist immer neidisch, wenn ich erzähle, dass die beiden wieder Lammkotelett bekommen haben.*smile*
      Lg Sabana

  8. Das klingt nach einem guten Buch. Als wir einen Hund hatten haben wir auch gebarft, das ist jetzt schon ewig her, damals gabs es leider nicht nicht so viel Literatur zum Thema, da hätte ich mich über so ein Buch sehr gefreut.

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    1. Huhu Ina,

      ich freue mich, dass es jetzt so viel gute Literatur übers barfen gibt. Vor Jahren gab es zwar viele, die ihre Hunde so gefüttert haben, aber leider gab es wenig Bücher darüber. Das hat sich dank Internet und Co nun geändert.

      LG Sabana

  9. Danke für die Erklärung gleich am Anfang, was BARF ist. Wäre ich nicht von selbst darauf gekommen. Hatte als Kind und Teenager auch zwei Hunde und habe sie geliebt. Da will man natürlich, dass es seinem vierbeinigen Freund möglichst gut geht! Auch durch die Ernährung! Da ist so ein Ratgeber fein!

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