2. Kapitel – Und ich komm doch raus! – von Sabana Schmitt

?Und ich komm doch raus!?

 

Was ich zu meiner Verteidigung als liebendes Frauchen vorbringen kann?

Nichts! Ehrlich!

Es ist ja nicht so, dass er auf die Toilette geht oder ein Katzenklo hat (obwohl, wir das im Winter echt wünschenswert finden)

Nein, der kleine Prinz Pico geht Gassi mit uns. Ja genau, er geht mit uns. Meistens!

Er bestimmt Uhrzeit, Weg und Länge des Gassiganges.

Ja, ich seh euch den Kopf schütteln, während ihr das lest und ich gebe euch Recht.

Es geht auch anders, da ist er lieb und ich gehe Gassi, aber eben nur, wenn wir woanders unterwegs sind oder in der Stadt, wo es Pflichten gibt.

Ich bin für die antiautoritäre Erziehung, auch bei Pico.

Schließlich ist aus meinem Sohn ja auch was geworden.. ups, den hab ich ja nicht antiautoritär erzogen. Entschuldigung, an dieser Stelle. Also geschlagen habe ich ihn nicht. Aber Zuckerbrot und Strafe gab es schon.

Also zurück zum Gassigehen:

So läuft ein Tag ab, wenn man einen unkastrierten kleinen Pico hat.

Man gehe morgens Gassi und er erledigt sein Geschäft. Beides wohlgemerkt.

Wie sagen wir so schön, er läuft aus und wir warten geduldig.

Dann noch… aber das spare ich mir jetzt.

Also meistens ist es dann so, dass wir erst wieder Gassi müssen, wenn so 5 bis 6 Stunden um sind.

Perfekt zum Hausarbeiten machen und Schreiben etc.

Denkste! Aber nicht mit mir, denkt der kleine Prinz nach ca 2 Stunden.

Davon abgesehen, dass wieder alles durchgekaut wird

Hunger?

Spielen?

und was Havi sonst noch so braucht

Aufmerksamkeit?

Knuddeln?

Hmm Frauchen ist ratlos und Herrchen schon bischen genervt, wenn er zuhause ist, weil er weiß, was gleich kommt.

Wir gucken uns an und dann kommt die obligatorische Frage aller Fragen

Meinst du, er muss mal?

Aber er war doch grad vor 2 Stunden.

Eigentlich nicht.

Aber wenn er vielleicht doch?

Der will doch bestimmt nur *schwanzen*. (Hier sei vermerkt, das Wort hat sich eingebürgert, wenn er nur runter will, weil da irgendwo  eine läufige Hündin sein könnte)

Ach komm, der beruhigt sich auch wieder.

Leckerlie wird angeboten, klar ist ja selbstgedörrt, also ist das schon ok. Man legt ja Wert auf Ernährung.

Ja, Asche auf unser Haupt, wir geben ihm auch mal Leckerlie um ihn ruhig zu stellen, aber vor den Fernseher kommt er nicht. Da bin ich echt hart. Kleine Havis dürfen nicht fernsehen.

Aber ihr wisst schon, nützt alles nichts.

Geschirr rausgeholt…

Uih, welch Freude! Ein Brummbär ist nichts dagegen. Seine Rute wedelt erst langsam und  dann immer schneller hin und her.

Ja, er hat es geschafft und kann es kaum erwarten.

Endlich kann er gucken, was so guckt. Meistens nichts, aber es könnte ja sein;

und wieder habe ich das bekommen, was ich wollte.

Aber mal Hand aufs Herz?

Könnt ihr es uns verdenken?

Pico und Herrchen sind dann wieder oben. Herrchen ist nach dem *Abgurten* wieder entlassen.

Der kleine Prinz legt sich gleich darauf gemütlich hin atmet einmal tief durch und ein Seufzer entfleucht seinem Maul, ehe er einschläft und von ganz vielen Hundedamen oder einer ganz besonderen Havidame träumt.

Kleiner Nachtrag:

Als ich diese kleine Episode geschrieben hatte, kamen Herrchen und Pico gerade aus dem Garten zurück. Keine zwei Stunden später hatte ich ein Déjà-vu.

Lacht ihr ruhig. Aber Pico hatte Erfolg und sogar Glück.

Seine beste Freundin hat er getroffen und welch eine Freude. Sie stand in voller Läufigkeit vor ihn.

Wie das Leben allerdings so spielt, er durfte nicht, denn wir hatten leider keine passenden Kondome dabei.

Anmerkung der Redaktion: Leider habe ich im Moment keine aktuellen Fotos der beiden, da bei uns gebaut wird und die Tobefläche für Material herhalten muss. Das Vorschaubild ist aus dem letzten Jahr.