4. Teil Jeannine Remlinger alias *Parker Jean Ford*

Heute endet die erste Fragerunde mit der Autorin Jeannine Remlinger.  Aber zunächst bekommt ihr natürlich noch die restlichen Fragen und Antworten des Interviews.

 

16. Frage  — Hast du schon ein nächstes Projekt in Planung?

Aktuell habe ich zwei Projekte: Einen Liebesroman, den ich auf Wunsch meiner Autoren-Kollegin Biggi Berchtold schreiben muss. Vorgabe ist Lovestory ohne Fantasy, für mich absolutes Neuland und als Nummer zwei ein Spin-Off zu Vertrau mir! mit dem Arbeitstitel Christopher. 

 

17. Frage  — Wie viele Bücher soll deine Reihe erhalten, oder hast du das für dich selbst offen gelassen?

Vertrau mir! ist als Zweiteiler konzipiert, aber ich bin noch nicht bereit, mich aus dieser Welt zu verabschieden. Dazu habe ich noch zu viele Ideen und Geschichten im Kopf, die alle erzählt werden wollen. Allerdings wird es kein Buch mehr geben, in dem Cassandra und Noel im Mittelpunkt stehen.

 

18. Frage  — Dein Lieblingszitat ist …

Mein Lieblingszitat: 

“Und am Ende sind es nicht die Jahre in deinem Leben, die zählen. Es ist das Leben in deinen Jahren.” Abraham Lincoln

 

19. Frage  — Ich klaue jetzt einfach mal eine Idee von Klara Bellis (Autorin), die ich auch noch interviewen werde, weil ich die Idee so klasse finde und sie perfekt für ein spezielles Autoreninterview passt, wie ich finde.
Schreibe bitte spontan eine kleine Geschichte als Abschluss für unsere Leser.

 

Ich gebe dir 6 Wörter vor. Du hast die freie Wahl.
Entweder:
Magie, Eulen, Wälder, sprechende Bäume, Kobold, Winter
Oder:
Mord, Hinterhalt, Gerichtsmedizin, Voodoo, Leiche

 

Die Worte sollten schon irgendwie in der Geschichte verankert sein, dabei ist es unwichtig, ob Einzahl oder Mehrzahl.
Nun sind wir alle gespannt auf deine Kurzgeschichte, die ca. eine halbe DIN A 4 Seite lang sein sollte, darf wenn du magst auch länger sein *smile*

 

  • Ich wähle Magie, Eulen, Wälder, sprechende Bäume, Kobold, Winter

 

Anderskind

„Nadesh? Nadesh, wo steckst du schon wieder?“

Nadesh hörte zwar die Stimme seines Onkels, doch er hatte keine Lust zu antworten. Ein Blick auf die untergehende Sonne verriet ihm, dass es an der Zeit war, die Feuer zu schüren und das Brennholz für die Nacht zu stapeln, welches er über Tag gesammelt hatte. Sollte doch sein doofer Cousin Thrun diese undankbare Aufgabe übernehmen. Er war heute schon sicherlich zwanzig Mal von diesen mistigen Holzkäfern gebissen worden, die zu dieser Jahreszeit im Klaubholz nisteten. Stattdessen fuhr er damit fort, sich Pfeile für seinen Bogen zu schnitzen. Wenn die Sonne noch ein Stückchen tiefer stand, wollte er mit seinem Bogen Fischen. Ein guter Fang würde seinen Onkel später besänftigen, hoffte er zumindest. 

Nadesh wickelte seinen Wollumhang fester um sich. Es war kalt geworden und die Luft roch nach Schnee, bald würde es Winter werden.

„Meinst du, dass es eine gute Idee ist, deinen Onkel zu ignorieren?“ 

Genervt sah er zu der Eule, die über ihm auf einem Ast saß. 

„Gute Idee hin oder her, ich tue es einfach. Ich habe es satt, billige Arbeitskraft für ihn zu sein, während mein toller Herr Cousin im Gras liegt und sich bedienen lässt.“ 

„Und warum sagst du ihm nicht deine Meinung und verschwindest?“ Die Eule plusterte sich auf und putzte sich das Gefieder. 

„Das weißt du ganz genau, Schlauschnabel, ich habe es meiner Mutter versprochen. Sie hat mir das Versprechen abgenommen bei Onkel Thran zu bleiben. Zumindest, bis ich dreizehn bin oder mein Vater mich abholt. Die letzten drei Wochen halte ich auch noch aus.“ Diese Eule … Sein Vater hatte sie ihm geschickt, ihm durch sie die Geschichte seiner Herkunft übermittelt und die Nachricht überbringen lassen, dass er ihn bald abholen würde. Bald … Das war jetzt vier Jahre her und seitdem war Schlauschnabel sein bester Freund. Die Zeit lief im Reich der Kobolde scheinbar anders als hier bei ihm. Dreizehn, er konnte es kaum noch erwarten. 

Lange hatte er nicht gewusst, wer sein Vater war, denn seine Mutter hatte keine Gelegenheit mehr gehabt, es ihm zu sagen. Als sie starb war er acht. Die ganze Geschichte war sowieso ziemlich verzwickt. Eines Tages war seine Mutter vom Holzholen in den Wäldern nicht zurückgekommen und erst vier Jahre später, schon mit dickem Bauch, durch Zufall bei einer Jagd wiedergefunden worden. Die ganze Sache war ein großes Tabu im Dorf und auch von Onkel Thran setzte es immer Hiebe, sobald Nadesh das Thema auch nur ansprach. Er selbst war als Sohn seiner Mutter zwar geduldet, doch kein vollwertiges Mitglied der Dorfgemeinschaft. Kleiner als die anderen Kinder, mit seinem dunklen Teint, den fast nachtschwarzen Augen und schwarzen Locken, fiel er unter den hellhaarigen Dorfkindern auf wie ein bunter Hund. Er war das ‚Anderskind‘.

Kurz nach dem Auftauchen von Schlauschnabel hatte Nadesh zudem entdeckt, dass er besondere Fähigkeiten hatte. Er konnte mit Tieren sprechen, mit manchen Pflanzen ebenso. Die sprechenden Bäume am alten Teich erzählten ihm wundervolle Geschichten über das Koboldreich. Wann immer er Zeit hatte, saß er hier am Ufer, um ihnen zuzuhören. 

 

„Ja, bald bist du dreizehn!“ 

Nadesh sah auf, denn die Worte hatte definitiv nicht Schlauschnabel gesprochen. 

Die Erde unter ihm bebte und wie durch Magie erschien ein Spalt in den Felsen, die das Seeufer umschlossen. Schnell wurde er breiter. Nadesh sprang auf, als ein Mann in diesem Spalt erschien. Er erkannte sich ihn ihm wieder und fiel auf die Knie. 

„Seid gegrüßt mein Herr!“ Es war der Koboldkönig, so musste es sein! 

„Steh auf Nadesh, mein Sohn und Prinz. Es ist Zeit, dass du dein Erbe antrittst.“ 

Der König hob Nadesh hoch, als würde er nichts wiegen und nahm ihn fest in den Arm. 

Nadesh ließ es geschehen und umarmte den fremden Mann, zu dem er eine tiefe Verbindung spürte, ebenfalls, bis der König sich von ihm löste und ihn aus einer Armlänge Entfernung ansah. Er hatte ein gütiges und liebevolles Gesicht und Nadesh fasste sofort Vertrauen zu ihm.

„Lass uns nach Hause gehen Sohn, und ich werde dir alles erzählen.“

Der König streckte seinen Arm aus und Schlauschnabel ließ sich darauf nieder. Den anderen Arm legte er um Nadeshs Schultern. Gemeinsam, und ohne sich noch einmal umzusehen, gingen Vater und Sohn in den Felsspalt. Prinz Nadesh hörte das schabende Rumpeln, mit dem sich der Fels hinter ihnen schloss. Er hatte keine Angst, denn vor ihm öffnete sich das prunkvolle Tor zu seinem neuen Leben. 

Ende 

Anmerkung der Redaktion: Jeannine hat mir erzählt, dass sie diese Geschichte in ihrer Mittagspause geschrieben hat. Na dann bin ich doch mal gespannt, was sie uns noch an Geschichten zaubert. Achja und für alle, das Urheberrecht der Geschichte liegt natürlich bei Jeannine Remlinger.

 

20. Frage  — Was du schon immer deinen Lesern mit auf den Weg geben wolltest.

Liebe Leser, es geschieht nichts ohne Grund auf dieser Welt, das ist meine feste Überzeugung. Man sollte seine Kraft nur für Dinge aufwenden, die man tatsächlich ändern kann und versuchen, so gut wie möglich, mit den anderen zu leben. Das Leben ist zu kurz um sich ständig zu ärgern. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die mehr Freude bereiten, als das neueste Handy oder der schnellste Laptop. Aktuelle Favoriten bei mir: Einem Schmetterling zuschauen, wie er aus einem Blütenkelch trinkt oder dem Eichhörnchen im Garten der Schwiegereltern, wie es frech über den Hof flitzt.

Vielen Dank liebe Angi!  

 

Ich habe zu danken für diese tollen und ehrlichen Antworten. Es war mir eine Freude, dich interviewen zu dürfen. Weiterhin wünsche ich dir viel Erfolg mit deinen Bücher.

 

Das waren die 20 Fragen an die erste Autorin und ich hoffe, sie haben euch gefallen. Über ein Feedback freue ich mich ebenso, wie über konstruktive Kritik. Auch dürft ihr hier natürlich Grüße und Ähnliches an Jeannine hinterlassen.

 

LG Sabana

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Jeannine Remlinger alias*Parker Jean Ford* / Autorin Getagged mit: , , , ,
6 commenti su “4. Teil Jeannine Remlinger alias *Parker Jean Ford*
  1. Anja sagt:

    Ja, unbedingt- Jeannine – du hast es vernommen! Schreib in den Mittagspausen Geschichten!! Bitte!!

  2. Jeannine sollte öfter ihre Mittagspausen auf die Art verbringen – dann haben wir mehr schöne kleine Geschichten zum Lesen!

    • Sabana sagt:

      Ja das habe ich auch gedacht.. schon toll, was man schönes aus einer eigentlich langweiligen Mittagspause machen kann..

    • Jeannine sagt:

      Vielen Dank Marlies. ?
      Das wäre dann wenigstens ein guter Grund die Mittagspause nicht ausfallen zu lassen.
      Es freut mich, wenn die kleine Geschichte gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Jean

  3. Jeannine Parker Jean Ford sagt:

    Ich muss danken Biggi. <3

  4. Liebe Jeannine, die 20. Frage hast Du wundervoll beantwortet. Natürlich auch die anderen. Aber diese Antwort zeigt mir mal wieder, was für ein wundervoller Mensch Du bist. Schön, Dich zu kennen <3 Danke!

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